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Regensburg

01 Okt. 2011

Auf dem Terminplan stand Athinas "BAVORIA international Oriental Dance Day" Tanzfestival!

Also setzten wir uns früh ins Auto Richtung Süden zur schönen Donau.

Doch wie das so ist, sollte vor dem Vergnügen erst Frust stehen. Denn wir waren Teil von nahezu allen Staus, die die A3 zu bieten hatte. So kamen wir nicht wie erwartet, am späten Vormittag an, sondern erst gegen 15.00 Uhr.

Wie schade, denn das Meiste des Rahmenprogramms – also der Partys waren schon vorbei.

Die Messe – Das Rahmenprogramm

Wir schauten uns dann etwas bei den Händlern um: Die Messe war recht überschaubar, doch man traf Isis-Basar, Oriental. Sterne, Kadisha Basar, Sakkara, Susanne Rieder, Silkroad, Harem Basar aus Hannover und auch Maral mit ihren raffinierten Accessoires und natürlich noch andere Aussteller. Der Saal war nett gestaltet und ich meinte, dass eigentlich noch mehr Aussteller den Weg nach Regensburg finden sollten! Nun, hoffentlich nächstes Jahr – und dann wird sicher auch das Wetter „veranstaltungsfreundlicher“ sein. Denn der traumhafte goldene Spätsommertag, brachte sicher viele dazu, lieber noch ein wenig Sommergefühl zu tanken und eben nicht durch die Veranstaltungssäle zu streifen. Schade, denn gerade in dem gut sortierten Rahmen hätte man sicher gut einkaufen können.

Athina hatte nette und gute Helfer, sie waren beim Einlass, gaben Auskunft, ordneten und waren einfach da, wenn man sie brauchte. Die Veranstalterin flitzte natürlich auch durch – ja, man kennt das ja, jeder möchte etwas, hat irgendwelche Sorgen…..

Als wir ankamen konnte ich gerade noch den letzen Rest der 4. Party des Tages sehen.
Das Programm zeigte, dass ich einen wirklich bunten Strauß an Darbietungen verpasst hatte: von Raqs Sharqi, über Schleiertanz, Melaya Leff und Baladi zu Tanz mit dem Stock und Hula sowie natürlich Bollywood Dance wurde ganz viel geboten.

Die 5. Party dann, in die man sodann auch meinen Auftritt schob (denn ich stand ja im Stau – grrr) begann Varisha aus Coburg mit einem Fantasy-Tanz. Raffiniert und sinnlich interpretiert in schwarz gekleidet und mit Federboa. Vor Studio der Gastgeberin Athina wurde dann ein spritziger Pop-Sharqi gezeigt. Die Gruppe Shareefa aus dem Nachbarland Tschechien angereist brachte mit viel Temperament einen Arabic Flamenco auf die Bühne.
 

 Das Duo Lenajaan und Melanie (Lenajaan wohnt in Erfurt und Melanie in Plauen) boten ein Spektakel der Farben durch ihre traumhaften bunten (Zigeuner)Röcke. „Ruska Roma war das Stück betitelt. Ich selbst hatte ein Shaabi-Lied und einen ganz klassischen Baladi dabei und beschloss damit die letzte Party des Tages.

 

 

 

 

 

Fotos:Varisha, Bilder Back Stage: Gruppe Shareefa, Varisha, Lenajaan u. Melanie: se

Bilder: Varisha und Reyhan: www.fotohyna.de


Es war schön einfach mal Gast zu sein, durch den Verkaufsraum zu schlendern und vor allem ganz viele Freunde und Bekannte zu treffen – ich genoss es mal etwas Zeit für einen Plausch zu haben – herrlich! Naheda, Sibel und auch Nayef Taha, Maral, die ich eine Ewigkeit nicht gesehen hatte – schön diese Messen sagte ich mir. Und genoss den Rest des Tages.

Ja, so lange, dass ich mich richtig eilen musste, denn ab 20.00 Uhr war Gala-Time und ich konnte einfach mal nur Gast sein. Also fix ins Hotel, kurz unter die Dusche, Klamottenwechsel, etwas Farbe ins Gesicht und schnell zum Antonius Haus. „Arabian-Star-Gala" war das Motto – wir warteten gespannt.
 

Die Gala am Abend



Ganz pünktlich tat sich dann etwas: Ein einleitender Text wurde vorgetragen, erzählte von einer Reise durch die Wüste und von einem Palast, einem Zaubergarten…..Einstimmung, sanft und schmeichelnd.

Die erste Darbietung war ein wirklich gelungener Schachzug am Anfang: gewandet in ein glitzerndes, goldenes Kleid mit einem fantasievollen Leuchter schlängelte sich Naima Nada zu sanfter Musik.
Nach einigen überleitenden Worten stellte uns Christina Riebl dann die nächsten Show-Acts vor. Christina begleitete dann auch das gesamte Programm mit Informativen.

Lanajaan und Melanie – ich hatte sie ja schon im Rahmenprogramm erlebt – tanzten einen persischen Tanz. Anmutig vorgetragen und traditionell gekleidet.
Weiter ging es dann mit
Sadiya. Eine junge Tänzerin, die schön öfters mal von sich Reden gemacht hatte. Temperamentvoll, gekonnt in einer guten Mischung aus Power und Anmut interpretierte sie eine Musik von Mario Kirilis.
Schließlich ging es wieder ins Reich der Fantasie:
Nicol McLaren zu Musik von Hans Zimmer. Starker Ausdruck, gute Musikumsetzung und eine exakte Drehtechnik machen diesen Tanz zu einem Erlebnis.

In der Nähe von Regensburg, nämlich bei Passau gibt es noch ein anderes Studio, das „El Kamalya“. Eine Gruppe von 5 Damen entführte in die Welt des Andalous-Flamenco. Auftakt war ein kleines Geigenintro, live dargeboten, es folgte eine Mischung aus oriental. Tanz und Flamenco-Elementen und gipfelte schließlich in einer Sevillana.

Die etwas recht moderne Variante eines Lieds aus Bahrain war die musikalische Begleitung des „Haartanzes“ von Naima Nada, der Tänzerin, die uns am Anfang mit dem Leuchter auf die Gala eingestimmt hat.

Ajsa Samia, sie kommt aus Süd Afrika, mit zwei Tänzerinnen ließ es dann richtig temperamentvoll mit einem „Gypsy-Tanz“ werden. Bunte weite Röcke und ein fetziger 9/8 Rhythmus sorgten für Stimmung.

Als letzte Darbietung vor der Pause stand Dr. Nayef Taha mit einer virtuosen Percussion auf dem Programm. Doch zuvor brachte Athina noch mit ihrem fetzigen und doch gefühlvollen Baladi, dem Klassiker Shik, Shak, Shuk, die Zuschauer zu Beifallsstürmen.Der Saal leerte sich und die Zuschauer strömten ins Foyer und in die Gastwirtschaft neben an. Zeit für einen kleinen Plausch mit einzelnen Tänzerinnen in der Garderobe: Es herrschte lockere, ja ausgelassene Stimmung in den Umkleiden, angenehme Kollegialität und ein wirklich entspannter Ton fiel mir auf.

Den zweiten Teil der Show eröffnete das Duo Tá Mima. Wie ich erfuhr, kamen die beiden recht jungen Tänzerinnen aus Augsburg. Ihr Melaya-Tanz war frech, so wie ein Alexandria-Tanz sich darzustellen hat und bestach durch wirklich gute Technik und guten Ausdruck. Ich hoffe zukünftig noch mehr von diesen jungen Damen zu sehen.

Als nächste ein gute Bekannte in der Tanzszene: Sibel Nefa! Rotes, enges Kostüm und viel Strass. Ansonsten brillierte Sibel. Eine der wenigen deutschen Tänzerinnen die wirklich ihren ganz eigenen Stil hat. Super Tanztechnik mit starkem Ausdruck, eben Sibel und immer einen Funken Humor dabei. Es war köstlich diese – immer wieder außergewöhnliche – Darbietung zu verfolgen.

Maral auch vielen ein Begriff, entführte mit einem Medley nach Armenien, ins arabische Spanien und nach Persien. Gewandet in ein Kostüm, das sehr an die große Zeit der Abassiden und Omajaden erinnerte, nahm sie uns mit auf die Reise. Man merkte deutlich, Maral lebt den Tanz!

Lenajaan mit einem Bollywood-Tanz: schnelle doch exakte Bewegungen, viel Mimik und Gestik, rasche präzise Drehungen und ein Kostüm zum Träumen…

Fetziger moderner Saidi war dann von der Gruppe Shareefa aus Tschechien zu sehen. Ein Stocktanz für flinke Füße und schnelle Wechsel. Auch die Kostüme waren modern und zeigten starke Anlehnung an Randa.

 

Yalia aus Österreich mit exakten Akzenten und weichen Kontrastbewegungen provozierte ein wenig – kokett und mit Augenzwinkern – sie tanzte einen raffinierten Baladi, der in einem Trommelsolo mit Zarelementen gipfelte.

In einem Traum aus anthrazitfarbenem Stoff mit ganz viel irisierendem Strass betrat dann Athina wieder die Bühne und faszinierte mit ihrer Interpretation von „Ahebak ya Amar“. Schnelle Wechsel folgten sinnlichen Teilen, orientalischer Tanz in Reinkultur.

 

Naheda, wer kennt sie nicht. Zur libanesischen Musik „Nashwat El Raqs“ zeigte sie, dass sie die Choreo, die ich vor vielen Jahren für sie kreiert hatte noch immer, ja immer besser ausfüllen kann. Spielerisch meisterte sie schwierige Technik und rasante Akzente. Wunderschön auch noch immer das hell-lila Kostüm im ganz traditionellen Stil. (Naheda verriet übrigens, dass sie damals meinem Wunsch, sie möge zu dieser Musik bitte ein Kostüm in Hell-Lila fertigen lassen, nur sehr widerwillig nach gekommen ist – heute gehört es zu ihren Lieblingskostümen). Nach der etwas abrupt geschnittenen Musik folgte ein Trommelsolo das es in sich hatte. Ihr Tanz wurde dann vom Publikum mit frenetischem Beifall gewürdigt.

Nochmals war Nayef auf der Bühne, diesmal begleitete er Athina live. Eine Improvisation, die beide Künstler die Register ihres Könnens ziehen ließ. Die Moderatorin verriet vorher noch, dass es für die beiden eine Primäre der Zusammenarbeit war. Gut gemeistert, toll!Schließlich trafen sich die Künstler nochmals zum Finale auf der Bühne. Das Publikum würdigte die Leistungen der einzelnen Teilnehmer und auch die tolle Arbeit von Athina und ihrem Team diese Messe und die Gala zu organisieren.

Bleibt mir noch zu sagen: Es war eine selten runde und schöne Veranstaltung, ich konnte genießen und bedauerte, dass die Zeit so schnell vergangen war. Besonders die Abendveranstaltung war total stimmig und die Zeit verging wie im Flug.
Athina bitte weiter so und wer nicht da war, der hat wirklich was verpasst!

 

 

 

 

Nicht zu vergessen – die Workshops

Workshops stellen immer einen wichtigen Bestandteil von großen Veranstaltungen dar. Zum einen „rentiert“ sich dann auch für die auftretenden Künstler/Innen auch die Anfahrt eher. Denn neben der Werbewirkung die der Auftritt ja hat, kommen dann vielleicht doch noch ein paar Euros, die die Aufwandskosten wieder reduzieren.

Zum anderen stellt eine Konzentration an unterschiedlichen Workshops mit verschiedenen Dozenten/Innen auch für die Region immer eine Bereicherung dar. Man kann als Teilnehmer einfach mal bei einem 2-Stunden-Seminar schauen, was man vielleicht noch dazu lernen möchte, man kann Themen vertiefen und auch einfach mal eine andere Art des Unterrichtens erfahren – durch eine/n Dozenten/Inn, nicht aus der Region.

Die Workshops fanden im Hause statt. Also Messe, Workshops, Gala  alles unter einem Dach – super bequem!

Die Veranstalterin erklärte, dass ja 12 Workshops angesetzt waren, eine Dozentin leider schon im Vorfeld absagen musste und von den verbliebenen noch 8 liefen und sogar recht ordentlich gebucht waren. So als bestgebuchte zeigten sich „Modern Oriental“ mit Maral und „We no speak Americano“ mit Naheda, ein etwas „anderes“ Thema. Als langjährige Veranstalterin kann ich auch hier nur sagen: „Zieht der Name, das Thema?“ Hierauf gab es in 16 Jahren Veranstaltungsorganisation keine Antwort. Die buchenden Frauen bestimmen – und das ist auch schön so.

Nächstes Jahr wieder: Zur BAVORIA nach Regensburg.

Reyhan

Fotos: alle außer oben extra genannten mit freundlicher Genehmigung
www.fotohyna.de

  

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